Freitag, 31. Juli 2009

Zur Begrüßung


Liebe Leser,

ich freue mich, daß Sie mein Blog besuchen und wünsche Ihnen viel Freude bei der Lektüre der Beiträge.

Diese Seite ist dem antiquarischen Buch gewidmet in all seinen Facetten. Ich möchte Ihnen aus der faszinierenden Welt des Antiquariats berichten und Sie teilhaben lassen an der Begeisterung, die mir der Umgang mit Alten Büchern vermittelt. Kurze und längere Aufsätze zu Büchern und zur Buchgeschichte, Hinweise zu Einzelstücken aus meinem Geschäft, aber auch Geschichten und Anekdoten aus dem Antiquariatswesen und Reflexionen zur antiquarischen Arbeit werden sich dabei in freier Folge abwechseln. Daß sich hier und da Literarisches einschleichen könnte liegt in der Natur der Sache, mehr noch in der des Betreibers.

Zugleich möchte ich beitragen zum Austausch zwischen Sammlern, Buchfreunden und Antiquaren, der sich im Internet entwickelt. Buchmenschen -gerade solche, die mit alten und sehr alten Büchern umgehen- stehen dem Internet manchmal skeptisch gegenüber. Ich meine aber, daß man die Chancen des neuen Mediums nutzen sollte und finde die mittlerweile an verschiedenen Orten etablierten Debatten ausgesprochen spannend und hilfreich zur Orientierung und Standortbestimmung des Antiquariats "in stürmischer Zeit".

Wie sieht ein solcher Austausch aus, und wo erfolgt er? Die Lage ist, wie ja insgesamt im Internet, etwas unübersichtlich geworden. Es gibt diverse offene, halboffene und geschlossene Foren und Emailrunden, darunter das XING-Forum “Antiquarischer Buchhandel”, das Kommentarforum des Börsenvereins, es gibt Foren bei den großen Antiquariats-Plattformen, es gibt einige Antiquare und Sammler bei dem Shortmessage-Dienst TWITTER und es gibt die von einzelnen Antiquaren und Buchfreunden betriebenen Blogs. Schließlich gibt es noch die vom Börsenverein herausgegebene Zeitschrift “Aus dem Antiquariat”, die als Druckmedium besondere Aufmerksamkeit verdient. Alle diese Aktivitäten zu verfolgen ist ein mehr als abendfüllendes Werk.

Ich habe mich trotzdem (oder gerade deswegen) entschlossen, ein eigenes Blog einzurichten, das sich als Teil eines Netzwerks vergleichbarer Unternehmungen von Kollegen und Buchfreunden versteht. Ich bitte Sie höflich, in diesem Sinne die Hinweise auf weitere Blogs (im Blogroll auf der Seite ganz unten) zu beachten.

Ich schließe mit einem Bild aus meiner norddeutschen Heimat, das die aufgehende Sonne über dem Jadebusen zeigt (um der eventuell symbolträchtigen Fehlinterpretation von Niedergängen aller Art vorzubeugen), und mit einem auf die Polyphonie des World Wide Web passenden Zitat eines Autors, dem ich mich besonders verpflichtet fühle. - Für Hinweise und Anregungen aller Art, auch für Kritik, bin ich Ihnen dankbar.

Mit freundlichen Grüssen Ihr Otto W. Plocher

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Abgrund, worin ich von allen Seiten verloren stehe! sehe ein grosses Werk ohne Namen, und überall voll Namen! voll Stimmen und Kräfte! Ich fühle mich nicht an dem Orte, wo
die Harmonie aller dieser Stimmen in ein Ohr tönt, aber was ich hier an meinem Orte von verkürztem, verwirrenden Schalle höre, so viel weiß und höre ich gewiß, hat auch was Harmonisches!
Johann Gottfried Herder


Kommentare:

  1. Christian Keller2. August 2009 um 13:23

    Plocher, sind Sie´s ? Long time no see baby. Mein Augenlicht aber wird in dem Maße schlechter, in dem mein Verständnis für Ihre Person abnimmt (oder je länger ich in Ihren "Sonnenaufgang" starre) : haben Sie´s wirklich wieder getan und die Geschichte der ruhmreichen Académie francaise, die Sie verwesen, hilflos in einen hilflosen, schamhaft auf twitter verborgenen Zusammenhang mit der sehr seltsamen Samt-Figur Gellert gestellt ? Bitte das ändern zu wollen und sich für eine Seite der Barrikade zu entscheiden.
    Ich selbst befasse mich zur Zeit mit durchaus Unelektrischem und versuche, Petrarcas Gipfelstürmerei was abzugewinnen. Fällt mir einigermaßen schwer. Der Kerl stellte auf dem Mont Vertaux ein Sortilegium in Augustinus´ Confessiones an (immerhin hatte er was zu lesen dabei), bekam aufgrund des Loses Gewissensbisse und machte sich prompt wieder an den Abstieg. Welch ein Held, der da die Neuzeit beginnen läßt.
    Werde jedenfalls in meiner knapp bemessenen freien Zeit Ihr elektrisches Beginnen schärfstens Beäugen. Versprochen.
    (Kommentarfunktion verwirrend und unkomfortabel. Ändern Sie auch das)

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  2. Lieber Kollege Keller,

    ich grüße Sie. Nein, es handelt sich bei dem inkriminierten Foto des Blogtitels nicht um die elfbändige Gottsched-Übersetzung der Französischen Akademischriften, die ich noch hüte wie meinen Augapfel; auch ist diese viel schöner, nämlich in paneeliertes Ganzleder, gebunden und als exemplaire singulaire und geistige Ziehmutter alles akademischen Treibens in Alemania eine Zierde meines Bücherregals. Diese Ausgabe verdient eine eigene, längere Präsentation, nachdem ich mich eingegraben habe in das Werk und die hiesige Landesbibliothek, aber was soll ich noch alles machen? Tausende von Seiten à la "Des Herrn Moreau von Mautour Abhandlung von der Furcht und Blässe zwoen auf den römischen Münzen vorgestellten Gottheiten" - verrichte mein täglich Tischgebet vor der Edition.

    Der Mont "Vertaux" aber ist -nach dem gescheiterten Versuch Petrarcas- nun engültig säkularisiert und wird von Horden schlecht gekleideter, windhundartiger sog. Rennsportler weder zu ästhetischen noch theologischen Zwecken gebraucht, sondern zum Draufherumfahren - für unsereins bedenklich genug.

    Die Kommentarfunktion habe ich nunmehr so komfortabel gemacht wie möglich, mehr lassen die begrenzten Gestaltungsmöglichkeiten derzeit nicht zu - ein erster Erfolg Ihrer strengen Observanz, vor der zu fürchten ich nicht scheue mich zu bekennen. Dies aber die einzige Confessio, und dazu eine nichtaugustinische, für heute.

    Beehren Sie mich mit Ihrer spitzen Feder recht bald wieder! Ich freue mich.

    Ihr OW Plocher

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  3. Das ist ein sehr schöner Auftakt, der Lust mach auf mehr.
    Mit wohlwollendem Interesse werde ich Sie weiter verfolgen.

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